Hilfe! – Ich bin einfach nicht fotogen

Auch wenn in wenigen Ausnahmen bewusst darauf verzichtet wird, ist es eigentlich für jede Bewerbung obligatorisch: das Bewerbungsbild!

Nun gibt es zum einen diejenigen, die kein Problem damit haben, sich fotografieren zu lassen und auch immer gut auf Fotos aussehen und es gibt diejenigen unter uns, die sich auf Fotos per se ganz furchtbar finden und genau für diese Personen schreibe ich heute diesen Beitrag. Es ist nämlich gar nicht so schwierig und fürchterlich und mit ein wenig Vorbereitung kann jeder ein geeignetes und tolles Bewerbungsfoto in Händen halten, respektive als Fotodatei abspeichern.

Die Vorbereitung auf den Fototermin kann Dir helfen, Dich besser auf die Stellen zu fokussieren, auf die Du Dich bewerben möchtest und der Termin beim Fotografen kann sogar Spaß machen, wenn Du nicht mit dem Vorsatz zum Fotografen gehst, dass es „sowieso nicht gut wird“.

Die Ausrede schlechthin: Ich kenne gar keinen guten Fotografen

Ich denke, dass ein Urlaubsbild, Passfoto oder ein Foto aus der Fotobox ein No-Go ist, ist jedem klar, auch der Freund* mit der Spiegelreflexkamera ist nicht zwingend der geeignete Sparringpartner. Frage im Bekanntenkreis, ob jemand einen guten Fotografen kennt oder suche im Internet, nach einem Fotografen in Deiner Umgebung. Hilfreich dabei können Online-Bewertungen anderer Kunden sein, welchen Eindruck macht die Website auf Dich und gibt es ein Bild des Fotografen selber. Ist Dir diese Person sympathisch? – Dann zögere nicht, sondern rufe einfach mal dort an und bespreche, was ein Shooting für ein Bewerbungsfoto genau umfasst.

Preisgestaltung und Preisvergleich

Wenn Du das Glück hast, mehrere Fotografen zur Auswahl zu haben, verschaffe Dir einen Überblick über die Preise und was im Leistungsumfang enthalten ist. Das unterscheidet sich sehr und deshalb ist es auch nicht einfach zu sagen, was ein gutes Foto kostet. Die folgenden Aspekte sollten bedacht und mit dem Fotografen abgesprochen werden:

  • wie viele Fotos werden insgesamt gemacht (also aus wie vielen Fotos kannst Du schlussendlich wählen)
  • gibt es einen Hintergrundwechsel während des Shootings
  • hast Du die Möglichkeit das Outfit zu wechseln
  • gibt es ggf. die Möglichkeit einen Visagisten dazu zubuchen
  • gibt es einen Paket- oder Staffelpreis
  • wird final noch eine Fotoretusche vorgenommen
  • welche „Bildrechte“ erwirbst Du mit dem Kauf genau? – Darfst Du die Bilder z.B. auch in sozialen Medien verwenden oder darf das Foto auf eine Firmenwebsite Deines (zukünftigen) Arbeitgebers gesetzt werden?

Überlege Dir also am besten im Vorfeld, wieviel Du bereit bist auszugeben, für welche Zwecke Du das Foto unter Umständen noch verwenden möchtest und was Dir besonders wichtig ist (große Auswahl an Fotos, Profi-Make-Up, Nutzungsrechte …)

Formale Überlegung für das Layout der Bewerbung

Wenn Du schon ein Layout für Deine Bewerbung hast und nur ein aktuelles Bild hinzufügen möchtest, weißt Du, ob Du ein hoch- oder querformatiges Foto benötigst. Wenn Du die Bewerbung gänzlich neu aufbaust, überlege Dir im Vorfeld, wo Du das Bild platzieren möchtest, damit es dem Lesenden direkt auffällt. Überleg, ob Du mit einem Deckblatt arbeiten möchtest oder nicht.

 Was ziehe ich bloß an?

Die Frage aller Fragen 😊 Es gibt natürlich bestimmte Standrads, die es einzuhalten gilt. Diese Konventionen hängen eng mit dem Berufsfeld zusammen, in dem Du Dich bewegen möchtest: So ist es z.B. für eine Bewerbung bei einer Versicherung oder Bank obligatorisch eine Bluse in Kombination mit einem Blazer zu wählen, in sozialen oder kreativen Berufen ist die Kleiderwahl durchaus freier. Wenn Du einen konkreten Arbeitgeber im Auge hast, schau‘ Dir einmal die Firmenwebsite an, es gibt bestimmt Teambilder, die den Dresscode vorgeben.

Bleibe eher schlicht und einfarbig, das lenkt nicht von Dir ab und auf dem Foto gibt es so auch keinen „Test-Bild-Effekt“.  – Das passiert bei kleinen Mustern auf der Kleidung. Wenn Du Dir nicht sicher bist, nehme Kleidung zur Auswahl mit und frage den Fotografen, ob das Muster für das Foto kritisch ist oder passt. Vielleicht triffst Du Dich auch vor dem Fototermin mit einer Freundin und probierst verschiedene Outfits aus und lässt Dich von ihr beraten.

Es kann auf jeden Fall vorteilhaft sein zwei Outfits zur Auswahl zu haben, sei es, dass man einen Outfitwechsel vereinbart hat, sich nicht sicher ist, was ein Muster betrifft oder auch falls man ein Outfit in letzter Minute z.B. mit Make-Up oder dem letzten, schnellen Schluck Kaffee vor dem Foto bekleckert. – Plan B in petto zu haben entspannt einfach!

Als Frau wähle keinen tiefen Ausschnitt. Ein Rundhals- oder U-Boot-Ausschnitt ist optimal oder wenn Du Dich wohlfühlst kann es auch gerne ein Rollkragen sein, vermeide Statement-Ketten, kunterbunte Halstücher oder auffällige Ohrringe: Weniger ist in jeder Hinsicht mehr! Wenn Du aber gewöhnlich immer die großen Creolen trägst, trage sie auch auf dem Bewerbungsfoto, denn das bist Du! Bleibe Dir treu, das wirkt authentisch, Du fühlst Dich nicht verkleidet und das wirst Du letztendlich auch auf dem Foto ausstrahlen.

Erfolgs- vs. Störfaktor Brille?

Du trägst normalerweise eine Brille, möchtest aber nicht unbedingt mit der Brille fotografiert werden?  Brillenträger werden oft als kompetenter und gebildeter von ihren Mitmenschen wahrgenommen und in einer Umfrage waren sogar über 30% einer Gruppe von Befragten bereit eine Brille mit Fenstergläsern zu tragen, um eben diesen Eindruck in einem Vorstellungsgespräch zu erwecken.

Auch hier wäre mein Tipp: bleib Du selbst! Wenn Du die Brille regelmäßig trägst, trage sie auch auf dem Foto. Da die Brillengläser zum einen jedoch die Augen optisch vergrößern oder verkleinern (das hängt davon ab, ob Du Kurz- oder Weitsichtig bist) und es je nach Glasart zu Spiegelungen auf dem Foto kommen kann.

Spreche auch darüber vorab mit dem Fotografen und vielleicht einem Visagisten. Mit einem geeigneten Make-Up kannst Du die Augen gekonnt in Szene setzen und ein guter Fotograf retuschiert Spiegelungen auf dem Brillenglas weg. Eine Alternative ist es, sich im Vorfeld beim Optiker die Gläser aus der Brillenfassung nehmen zu lassen (funktioniert aber auch nur bei Vollrandfassungen 😉und Du benötigst auf jeden Fall zwischenzeitlich eine Ersatzbrille).

Oh Schreck! Heute ist der Termin für’s Shooting

Nun hast Du im Vorfeld schon ganz viele Entscheidungen getroffen: Du kennst den Fotografen – zumindest telefonisch – hast das Setting mit ihm abgesprochen und Du weißt, was Du anziehst. Du kannst also ganz entspannt und locker zum Fototermin gehen. Räume Dir genug Zeit ein, um Dich fertig zu machen. Magst Du eine Freundin zum Termin mitnehmen? Es spricht nichts dagegen und kann die Situation auflockern und helfen, dass Du Dich unbefangen und natürlich gibst.

Der Fotograf unterstützt Dich und gibt Dir Hinweise welche Haltung oder Pose Du einnehmen sollst. Vertraue ihm! Er hat die Erfahrung und auch die nötige Distanz zu sehen, wie Du am vorteilhaftesten auf dem Foto erscheinst. Du musst nur eines tun: Lächeln.

Smize

„Smiling with your eyes“. Lächle nicht nur mit dem Mund, sondern von innen heraus mit den Augen! Dann hast Du alles richtig gemacht und es wird ganz bestimmt ein tolles Foto entstehen, mit dem Du Dich sehen lassen kannst und das auf jeder Bewerbung überzeugt!

 

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwende ich in diesem Beitrag bei personenbezogenen Wörtern die männliche Form. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Menschen und beinhaltet keinerlei Wertung.

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